Geschichte

Bis 1990

Bis etwa 1989 schienen die Suchtprobleme in der Stadt St.Gallen nicht so drückend, als dass sie von einer besonderen Institution hätten bearbeitet werden müssen. Bestehende soziale Angebote standen den Menschen mit Suchtproblemen zur Verfügung und leisteten im Rahmen ihrer Möglichkeiten gute Arbeit. Die Verbreitung von Aids veränderte die Situation völlig: Die Abgabe von sauberen Spritzen und Kondomen sowie deren Entsorgung wurde aus gesundheitspolitischen Gründen plötzlich vordringlich. Die bestehenden sozialen Dienste waren mit diesen Aufgaben überfordert, weshalb 1990 die Stiftung «Hilfe für Drogenabhängige» gegründet wurde.

1990 bis 1995

Das erste Projekt der Stiftung war das «Bienehüsli». Nach der Schliessung dieser Liegenschaft entwickelte die Stiftung ein Vier-Säulen-Modell, das Schritt für Schritt umgesetzt wurde.

Dank eines Finanzzuschusses des Vereins «Drogenhilfe St.Gallen» wurde im Sinne eines Nothilfeprojektes 1993 die Abgabe von Methadon realisiert. Mit der Abgabe von Methadon verbesserte sich die Situation für viele Suchtmittelabhängige, da der tägliche Beschaffungsstress wegfiel. Das Nothilfeprojekt wurde Anfang 1994 von der Medizinisch-sozialen Hilfsstelle 2 (MSH 2) abgelöst, die dank einer besseren Infrastruktur neben Methadon auch medizinische und soziale Hilfe anbieten konnte.

Die ursprüngliche Medizinisch-soziale Hilfsstelle 1 (MSH 1) stand nach der Schliessung der offenen Drogenszene vor der Schwierigkeit, die abhängigen Personen weiterhin mit Spritzen zu versorgen, da sie sich in Privatwohnungen zurückzogen und somit schlecht erreicht werden konnten. Die Installation mehrerer Spritzenautomaten verbesserte jedoch die Spritzenversorgung. Eine neue Herausforderung stellte 1995 das Heroinverschreibungsprojekt des Bundes dar, woraufhin die Aufgabe der MSH 1 entsprechend angepasst wurde.

1995 bis heute

1996 wurde die HIV-Prävention reorganisiert. Das Team des «Blauen Engels» versorgte von da an die Klientinnen und Klienten mit sterilen Spritzen, überwachte deren Gesundheitszustand und koordinierte die Spritzenversorgung.

1997 verbesserte die Stiftung das Angebot der Beschäftigungsprogramme bzw. Arbeitsprojekte. Unter anderem wurde zusammen mit der St.Galler Bauunternehmung Max Müller AG ein Bauschutt-Recycling-Projekt realisiert. Im selben Jahr fanden bedeutende Abstimmungen statt, deren Ausgang der Stiftung die Fortsetzung und Verbesserung ihrer Arbeit ermöglichte.

Von 1997 bis heute realisierte die Stiftung Suchthilfe weitere Angebote und Konzepte (Beispiele:1997 einen eigenen psychiatrischen Dienst, 1998 Ausbau der Gassenküche, 2001 Integration der Wohngemeinschaft Arche, 2008 Konzept «Alkoholtestkäufe», 2009 städtisches Alkoholkonzept, 2010 Kampagne «Gemeinsam mit Respekt») und formulierte teils bestehende Angebote neu. Im März 2009 erhielt die Stiftung Suchthilfe nach mehrjähriger, intensiver Vorbereitungszeit die beiden Zertifizierungen ISO 9001:2008 und QuaTheDA modular.

Im Jahre 2010 blickte die Stiftung Suchthilfe auf ihr 20-jähriges Bestehen zurück und legte ihre Strategie neu fest. Die Arbeit am «Strategiepapier 2011-2014» zeigte, dass der Einsatz der Stiftung im Laufe der Jahre alles andere als überflüssig geworden ist. Jedoch verlangt der ständige Wandel der Suchtproblematik, dass sich die Hilfsangebote immer wieder neu auf die veränderte Situation einstellen.

Der «St.Galler Weg» geht weiter. In Zusammenarbeit mit allen Beteiligten entwickelt die Stiftung Suchthilfe weiterhin Lösungen und setzt sie um. Lösungen für die veränderten Probleme, die in Zukunft auf uns zukommen.

Stiftung Suchthilfe

Broschüre mit Hintergrundinfos

PDF (259 KB)